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    Start » Pferdebandagen richtig anlegen und pflegen
    Haltung & Pflege

    Pferdebandagen richtig anlegen und pflegen

    LeventBy Levent5. September 2026Updated:1. Oktober 2026Keine Kommentare5 Mins Read
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    Pferdebandagen richtig anlegen und pflegen
    Pferdebandagen richtig anlegen und pflegen
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    Wer Pferde hält, kommt früher oder später nicht um das Thema Bandagen herum. Ob beim Transport, nach dem Training oder zur Unterstützung verletzter Gliedmaßen: Bandagen gehören zur Standardausrüstung im Stall. Doch genau hier liegt das Problem. Viele Pferdehalter wickeln Bandagen nach Gefühl, ohne zu wissen, dass ein zu straff gewickelter Verband innerhalb von Stunden einen sogenannten Bandagendruckschaden verursachen kann. Solche Schäden betreffen vor allem die empfindlichen Beugesehnen am Unterbein und können bleibende Schäden hinterlassen.

    Welche Bandagentypen es gibt und wofür sie geeignet sind

    Der Markt unterscheidet grob zwischen Polo-Bandagen, Stallbandagen und Transportbandagen. Polo-Bandagen bestehen meist aus elastischem Fleece und werden für das Training genutzt. Sie schützen das Fesselgelenk und die Sehnen vor Stößen und Selbsttritten. Stallbandagen sind dicker und weniger elastisch. Sie kommen zum Einsatz, wenn das Pferd ruht, etwa nach einer Verletzung oder bei Ödemen in den Beinen. Transportbandagen reichen höher hinauf und decken auch das Karpalgelenk ab, um das Pferd beim Be- und Entladen zu schützen.

    Daneben gibt es Kurzbandagen aus neoprenartigen Materialien, die ohne Unterpolsterung auskommen. Diese sind allerdings nur für sehr kurze Einsätze geeignet, da sie Wärme stauen und bei längerem Tragen die Haut mazerieren können. Für alles, was länger als 30 bis 45 Minuten dauert, empfehlen Tierärzte eine ordentliche Polsterung als Unterlage. Ein Solaranlage-Ratgeber erklärt Grundlagen zur Planung und Nutzung.

    Unterpolsterung: Der Schritt, den viele überspringen

    Bevor überhaupt eine Bandage ans Bein kommt, braucht es eine gleichmäßige Polsterschicht. Übliche Materialien sind Gamaschenpolster aus Watte, Fleece-Liner oder spezielle Schaumstoffeinlagen. Die Polsterung muss ohne Falten und ohne Lücken anliegen, weil jede Unebenheit unter dem Druck der Bandage zum Druckpunkt wird. Eine gängige Faustregel: Die Polsterschicht sollte mindestens einen Zentimeter Dicke haben, gleichmäßig vom Karpalgelenk bis zum Fesselgelenk reichen und vorne und hinten gleich weit abstehen.

    Wer Pferde hält und sich über Anatomie des Pferdebeins informieren möchte, findet auf Wikipedia unter dem Artikel zum Pferd einen guten Einstieg in den Aufbau der Gliedmaßen, der das Verständnis für Druckstellen und Sehnenverläufe deutlich erleichtert.

    Die richtige Wickeltechnik Schritt für Schritt

    Das Anlegen beginnt immer an der Außenseite des Beins, auf Höhe des mittleren Schienbeins. Die Bandage wird nach innen, also von außen nach innen gewickelt. Das entspricht der natürlichen Beugerichtung und verhindert, dass die Wicklung die Sehne von der Seite her einschnürt. Die Touren werden mit etwa 50 Prozent Überlappung gesetzt und verlaufen zunächst schräg nach unten, umfassen das Fesselgelenk in einer Acht und gehen dann wieder schräg nach oben zurück.

    Der entscheidende Punkt ist der Druck. Eine korrekte Bandage lässt sich mit zwei Fingern leicht unter den oberen Rand schieben. Ist das nicht möglich, sitzt sie zu fest. Lässt sich die gesamte Hand darunter schieben, ist sie zu locker und gibt keinen ausreichenden Halt. Klettverschlüsse oder Schnallen werden seitlich am Bein befestigt, niemals über der Sehne oder dem Knochen.

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    Wer regelmäßig mit verschiedenen Bandagentypen arbeitet, sollte auch die Angaben der jeweiligen Hersteller kennen. Für die Auswahl geeigneter Modelle lohnt sich ein Blick auf kuratierte Sortimente wie die Bandagen für Pferde von Herzenstier, wo verschiedene Ausführungen nach Einsatzzweck sortiert angeboten werden.

    Tragedauer und häufige Fehler

    Polo-Bandagen für das Training sollten nicht länger als die Trainingseinheit selbst getragen werden, also in der Regel maximal zwei Stunden. Stallbandagen können bei korrektem Sitz über Nacht angelegt bleiben, sollten aber morgens kontrolliert und neu gewickelt werden. Eine Bandage, die das Pferd über mehrere Tage ohne Kontrolle trägt, ist keine Seltenheit in deutschen Ställen und gleichzeitig eine der häufigsten Ursachen für Bandagendruckschäden.

    • Zu starker Zug beim Wickeln, besonders bei elastischen Polo-Bandagen
    • Falten in der Polsterung, die unter Druck zu harten Graten werden
    • Wickelrichtung falsch: von innen nach außen statt von außen nach innen
    • Verschluss direkt über der Sehne oder dem Fesselgelenk
    • Zu langer Trageabstand ohne Zwischenkontrolle

    Pflege und Haltbarkeit von Bandagen

    Bandagen gehören regelmäßig gewaschen. Verschmutzte oder schweißdurchtränkte Bandagen verlieren nicht nur an Elastizität, sondern können Hautreizungen und Pilzinfektionen begünstigen. Polo-Bandagen aus Fleece vertragen Maschinenwäsche bei 30 bis 40 Grad, sollten aber in einem Wäschenetz gewaschen werden, um die Klettstreifen zu schonen. Nach dem Waschen werden sie locker aufgerollt getrocknet, niemals in der Trocknermaschine, da hohe Temperaturen die Gummifasern zerstören.

    Transportbandagen mit festerem Material lassen sich oft mit einer Bürste oder einem feuchten Tuch reinigen. Neopren-Produkte werden nach jeder Nutzung abgewischt und müssen vollständig trocken sein, bevor sie eingelagert werden. Lagerung erfolgt aufgerollt oder gefaltet an einem trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. UV-Licht macht Gummizüge spröde, was zu ungleichmäßigem Druck beim nächsten Einsatz führt.

    Wann eine Bandage nicht ausreicht

    Bandagen sind kein Ersatz für tierärztliche Versorgung. Bei sichtbaren Schwellungen, Wärme im Bein, Lahmheiten oder offenen Wunden gehört grundsätzlich ein Tierarzt hinzugezogen, bevor irgendeine Bandage angelegt wird. Der Bundesverband der beamteten Tierärzte sowie die Bundestierärztekammer informieren über Qualitätsstandards in der tierärztlichen Versorgung und können bei der Suche nach zugelassenen Fachleuten helfen.

    Auch bei therapeutischen Verbänden nach Operationen oder bei der Wundversorgung ist das eigenständige Anlegen von Bandagen ohne Anleitung durch einen Tierarzt oder eine Tierpflegefachkraft riskant. Was im Alltag als Routinemaßnahme gilt, kann in solchen Situationen mehr schaden als nützen. Wer sich in der Technik unsicher ist, sollte sich die korrekte Vorgehensweise einmal von einem Fachmann zeigen lassen, bevor er selbst zur Bandage greift.

    Richtig angewendet und regelmäßig gepflegt ist die Bandage ein wertvolles Hilfsmittel. Falsch eingesetzt wird sie zur Gefahr. Der Unterschied liegt fast immer in den Details.

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